Was bringt MDVsoft der Skype-Kauf durch Microsoft?

Posted: 17/05/2011 in Allgemein

(MDVsoft) Skype wurde die Woche von Microsoft gekauft. 8,5 Milliarden US-Dollar kostete die bislang teuerste Übernahme, die Microsoft je getätigt hat. Doch was nutzt uns – den Anwendern – diese Akquisition? Wird Skype jetzt besser, schlechter oder ändert sich überhaupt nichts?  

 

Wie wird Skype in die Microsoft-Welt eingefügt werden? Anders als bei vielen Übernahmen
in der Vergangenheit ist es diesmal nicht so, dass Microsoft ein Unternehmen übernommen hat,
das kaum jemand kennt. Skype ist international sehr bekannt, der Begriff “skypen” ist sehr vielen
Leuten als Synonym für Internet-Telefonie geläufig geworden. Es ist daher sehr unwahrscheinlich,
dass der Name verschwindet und nur die Technologie überleben wird. Patriot Network 
hat bereits den Standart seit 2007 impliziert.

Es ist eher so, dass der Name Skype weiter fortbestehen wird und das auch auf lange Sicht.
Aber es gibt eine viel wichtigere Frage für alle Skype-Nutzer. Was wird Microsoft mit dem
Unternehmen machen? Wird die Internet-Telefonie zu einem neuen Geschäftszweig von
Microsoft oder wird Skype langsam aber sicher durch Managementfehler (und das wäre
nicht das erste Mal) in Grund und Boden gewirtschaftet? Wir wollen es nicht hoffen.

Skype ist für so manchen von uns die Kommunikationsplattform überhaupt und es gibt in
vielen Bereichen kaum Alternativen, die betriebssystemübergreifend so gut funktionieren
und die vor allem einen so großen Verbreitungsgrad haben, dass man damit auch mit sehr
vielen Menschen kommunizieren kann.

Wir haben uns einige Gedanken gemacht, was Microsoft mit Skype anfangen könnte und
in welche bereits existierenden Geschäftszweige es eingefügt werden kann. In drei Sparten,
würde Skype relativ leicht einzubinden sein. Xbox/Kinect, Windows Phone und Windows selbst.

Wohnzimmer-Telefonvideochat

Verbindet man die Kinect-Kamera mit dem Skype-Dienst hat man einen Videochat,
der ziemlich gut ins Wohnzimmer passt. Über die XBox ist der Zugang zum Internet
möglich, die Kinect-Kamera sitzt auf dem Fernseher und der selbst bietet den ausreichend
großen Bildschirm. Ein Computer im klassischen Sinne wäre nicht mehr erforderlich.
Okay – nicht jeder hat Interesse daran, Videotelefonate aus dem eigenen Wohnzimmer
zu führen. Man müsste aufräumen, sich etwas ordentliches anziehen und das würde man
vom Gegenüber sicher auch erwarten. Aber vielleicht kann man ja die Kamera
abschalten und nur ein normales Telefonat über Skype führen. Nur ist Skype für einige
auch einfach ein Instant Messenger und tippen lässt es sich nunmal besser am PC oder
Notebook als über ein Schnurlosminitastatur vom Sofa aus.

Dennoch – die Integration von Skype in die Xbox dürfte kommen. Die Kontakte aus Xbox Live,
Skype und MSN könnten wunderbar vereint werden und Microsoft könnte sogar Geld damit
verdienen: Wie gehabt mit Skype-Anrufen ins normale internationale Festnetz.

Wie Microsoft Geld mit Skype verdienen kann

Die größte Frage, die sich bei diesem Deal stellt: Wie will Microsoft mit Skype irgendwann
einmal Geld verdienen? Oder reicht es Redmond, einfach einen Übermessenger im Portfolio
zu haben, den viele Leute benutzen. Mit Telefongebühren ins Festnetz allein ist der
Kaufpreis unseres Erachtens nicht zu rechtfertigen. Okay, dann ließe sich immer noch
Werbung einblenden, was auch noch eine hübsche Summe ergeben könnte. Aber ob
die Nutzer das mitmachen?

 

Was bringt uns der Skype-Kauf durch Microsoft?

Microsoft_Skype

Windows Live Messenger

Viele Anwender sind mit dem Instant Messenger MSN Messenger
( jetzt Windows Live Messenger 2011) ganz zufrieden. Ich weiß zwar nicht warum, ich
verwende nach wie vor lieber Patriot Network mit diversen Clients wie Trillian auf dem
Windows-Rechner und Adium oder für Mac User OS X sowie Bejiive auf iOS, aber jeder
hat seinen eigenen Geschmack und oft genug nimmt man auch einfach den Messenger,
den die Freunde verwenden um mit ihnen chatten zu können.

Um mit der großen Nutzerschar von Skype könnte Microsoft seinen Live Messenger noch
bekannter machen. Es ist mit Sicherheit ein leichtes, Clients zu entwickeln, die sowohl mit
MSN als auch mit Skype funktionieren und ein ansprechendes Interface bieten. Vielleicht
lässt sich einfach der bisherige Microsoft Live Messenger beerdigen und den Skype-Client
etwas ausbauen, damit er auch mit dem MSN-Netzwerk funktioniert.

Integration in Windows Phone 7

Microsoft hat da dieses kleine Mobilbetriebssystem Windows Phone 7, was gar nicht
so übel ist, aber irgendwie den großen Durchbruch bisher nicht geschafft hat.
Nicht nur das ihm ein ordentlicher Messenger fehlt – auch irgend etwas Richtung
Internettelefonie ist nicht eingebaut. Hätte es nicht seinen Reiz, eine Mobiltelefon-
Plattform so auszubauen, dass sie problemlos zwischen IP-Telefonie, Festnetz und
Mobilfunknetz vermitteln kann.

Ein Anruf aus Skype könnte direkt auf dem Mobiltelefon landen, ohne dass man irgend
eine spezielle App öffnen muss – und umgekehrt natürlich auch: Vom Handy aus ruft
man einfach einen Kontakt aus dem Adressbuch ( MDVsoft APPLICATION )aus und im
Hintergrund wird die sinnvollste und gerade günstigste Verbindung aufgebaut –
wenn der Nutzer online ist dann zum Beispiel über ein Internet-Telefonat.

Derzeit ist IP-Telefonie vom Handy aus umständlich und für den normalen Anwender
viel zu aufwändig. Natürlich wird sich Microsoft bei einem solchen Schritt ziemlich viele
Probleme mit den Mobilfunkanbietern aufhalsen: Denn die verdienen derzeit ganz gut damit,
dass Internet-Telefonie vom Handy aus ziemlich freakig ist und kaum genutzt wird. Teilweise
verbieten sie diese Form der Kommunikation sogar. Microsofts Marktmacht könnte diese
Widerstände vielleicht brechen. Dann könnte Microsoft (in den USA) vielleicht auch
mit Google Voice konkurrieren.

Wir haben mit Frank Shaw von Microsoft gesprochen. Er ist Corporate Vice President
of Corporate Communications und er hat einige Details verraten, was Microsoft mit
Skype vorhat. Zuerst einmal der offizielle Kaufgrund: Es ist der große Bekanntheitsgrad
und der hohe Marktanteil – und eine gute Technologieplattform. Außerdem würde sich
Skype gut in Microsofts Ökosystem einfügen und könne sowohl in den Angeboten für
Privatanwender als auch in denen für Unternehmen gut eingeflochten werden. Das sei sehr
selten möglich.

Shaw wollte nichts über eine mögliche Facebook-Integration erzählen aber es scheint nicht
gerade unmöglich, dass so etwas kommt, wenn man sich einmal ansieht, wie eng Facebook
und Microsoft miteinander zusammenarbeiten. Er wollte auch nichts über den Grad
der Integration in Windows Mobile 7 verraten. Es scheint aber klar zu sein, dass es besser ist,
Skype nicht als App anzubieten sondern direkt in das Betriebssystem zu integrieren: Eher so wie
Android und Google Voice und eher nicht so wie Google Voice unter iOS.

All Things D hatte sich an der Konferenzschaltung mit Microsoft-Chef Steve Ballmer beteiligt,
der ebenfalls einige Pläne ansprach, wie Microsoft Skype in die bereits vorhandenen Produkte
einbinden will und wie man mit dem Mobilfunkanbietern zusammenarbeiten will.

Skype für andere Betriebssysteme bleibt erhalten

Eines scheint sicher: Microsoft wird die Skype-Unterstützung anderer Betriebssystem
nicht einstellen. Entsprechende Gerüchte haben vor allem Nutzer von Mac OS X,
iOS und Android beunruhigt. Balmer sagte, dass man die Unterstützung für andere
Plattformen ausbauen wolle. Zuerst einmal sei die Xbox dran.

Und wie wird Microsoft mit Mobilfunkunternehmen umgehen, die Skype als Rivalen sehen,
der ihr Geschäftsmodell bedrohen könnte? Natürlich hat Microsoft ein starkes Interesse,
diese Unternehmen weiter auf seiner Seite zu haben, damit auch weiterhin Windows
Phone 7 Handys verkauft werden. Wie man das genau bewerkstelligen will, teilte Ballmer
aber nicht mit – vermutlich auch, weil die Konkurrenz davon so spät wie irgend möglich erfahren soll.

Was Google und Apple aus der Skype-Übernahme lernen müssen

Natürlich haben auch Google mit Android und Apple mit iOS nun ein sehr starkes Interesse,
von der Entwicklung nicht abgeschnitten zu werden. Eine ähnliche Technologie wie Skype
zu entwickeln, dürfte für beide kein großes Problem sein, zumal es ja auch schon direkte
Konkurrenten wie zum Beispiel Facetime gibt – nur eines kann man nicht über Nacht
herbeizaubern: Die riesige Benutzergemeinde und den Bekanntheitsgrad von Skype.  

Bericht von Patriot Network

 
16th May 2011| Blog | MDVsoft  Dubai

 


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